Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum uns manche Situationen förmlich lähmen, während andere in der gleichen Situation völlig gelassen bleiben?
Oft liegt es nicht an der Realität im Außen, sondern an der inneren Repräsentation in unserem Kopf. Bei meiner Arbeit als systemischer Coach begegnen mir diese mentalen Blockaden täglich und auch ich selbst kenne sie nur zu gut. Die gute Nachricht: Sie können lernen, diese Bilder selbst zu bearbeiten.
Warum wir uns oft gelähmt fühlen
Unser Gehirn speichert Erlebnisse nicht wie eine neutrale Datenbank ab. Es verknüpft Situationen mit intensiven visuellen und auditiven Eigenschaften. Wenn wir vor einer Herausforderung stehen – sei es ein wichtiges Gespräch, eine neue Aufgabe oder eine soziale Situation – erschafft unser Geist oft ein Bild, das „zu groß“, „zu nah“ oder „zu laut“ ist.
Diese Eigenschaften werden im NLP (Neurolinguistisches Programmieren) Submodalitäten genannt. Sie sind die Stellschrauben unserer Gefühle. Wenn ein inneres Bild bedrohlich wirkt, schüttet unser Körper Stresshormone aus. Wir fühlen uns blockiert, unser Selbstvertrauen sinkt.
Der „Fernseher-Trick“: Mentaltraining für den Alltag
Stellen Sie sich Ihr Gehirn wie einen Fernseher vor, für den Sie die Fernbedienung halten. Sie können nicht immer das Programm ändern, aber Sie können die Bild- und Tonqualität steuern.
Wenn Sie das nächste Mal eine innere Blockade spüren, probieren Sie diese einfache Methode aus dem Mentaltraining:
1. Das Standbild identifizieren
Schließen Sie kurz die Augen.
- Welches Bild erscheint, wenn Sie an die stressige Situation denken?
- Ist die Person oder die Aufgabe riesig?
- Ist das Bild hell und farbig?
Meistens nehmen wir belastende Dinge sehr groß und unmittelbar vor unserem Gesicht wahr.
2. Die Bildeigenschaften verändern
Nutzen Sie nun Ihre „mentale Fernbedienung“:
- Größe: Machen Sie das Bild kleiner. Schrumpfen Sie es auf die Größe einer Briefmarke.
- Entfernung: Schieben Sie das Bild in Ihrer Vorstellung weit weg von Ihnen.
- Farbe: Entziehen Sie dem Bild die Sättigung. Lassen Sie es zu einem blassen Schwarz-Weiß-Foto werden.
3. Der Sound- und Verkleidungs-Hack (Der Mickey-Mouse-Effekt)
Dies ist oft der effektivste Schritt, um Stress abzubauen:
Wenn mit der Blockade eine Person verknüpft ist (z. B. ein kritischer Chef), verändern Sie den Ton und /oder setzen Sie dem Gegenüber in der Vorstellung eine lustige Kopfbedeckung auf. Lassen Sie die Stimme beispielsweise zu einer lustigen Comic-Stimme werden, wie die von Mickey Mouse oder Donald Duck und setzen Sie der Person lustige Hasenohren auf.
Warum das funktioniert: Neuroplastizität nutzen
Was im ersten Moment spielerisch klingt, hat einen tiefen neurologischen Hintergrund. Unser limbisches System – das emotionale Zentrum im Gehirn – kann nicht unterscheiden, ob ein Bild real ist oder nur intensiv vorgestellt wird.
Indem wir die Submodalitäten verändern, unterbrechen wir das gewohnte neuronale Muster. Es ist für unser Gehirn biologisch unmöglich, eine Person gleichzeitig als „bedrohlich“ und „lächerlich“ (wegen der Comic-Stimme oder der lustigen Kopfbedeckung) abzuspeichern. Die emotionale Ladung löst sich auf, es entsteht mehr Klarheit und Sie gewinnen Ihre Handlungsfähigkeit zurück.
Fazit: Werden Sie zum Regisseur
Sie müssen Ihren inneren Bildern nicht hilflos ausgeliefert sein. Mit ein wenig Übung können Sie diese Techniken nutzen, um Ihre Achtsamkeit zu schärfen und Ihr Selbstwertgefühl zu stärken.
Ein kleiner Impuls für heute: Welches „mentale Monster“ in Ihrem Kopf darf heute mal mit Piepsstimme und lustiger Kopfbedeckung auftreten?
Möchten Sie tiefer eintauchen und lernen, wie Sie hartnäckige Blockaden dauerhaft lösen?
Im persönlichen Coaching unterstütze ich Sie dabei, Ihre mentalen Strategien besser zu verstehen, neu auszurichten und zu mehr innerer Freiheit zu finden. Kontaktieren Sie mich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch.